Erster Prozess von Milagro Sala: das Urteil

29.12.2016 - Matilde Mirabella

Dieser Artikel ist auch auf Französisch, Italienisch verfügbar.

Erster Prozess von Milagro Sala: das Urteil
(Bild von vanya via flickr.com)

Am kommenden 16. Januar wird ein Jahr seit der illegalen Inhaftierung Milagro Salas im Gefängnis von Alto Comedero in der Provinz Jujuy, Argentinien vergangen sein. Milagro ist Leiterin der Bürgervereinigung Tupac Amaru, einer vorbildhaften sozialen Organisation, dank derer tausende von Armut betroffene Menschen in würdigeren Lebensbedingungen leben können. Nach einem friedlichen Protest gegen den Gouverneur von Jujuy, Gerardo Morales, wurde Milagro vor einem Jahr verhaftet und dann verschiedener Vergehen beschuldigt. Der erste der Prozesse gegen sie wurde in diesen Tagen verhandelt: die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von drei Jahren für ein Vergehen gefordert, das im Spanischen mit „escrache“ bezeichnet wird („öffentliche Protestaktion gegen einen Politiker“; „Aktion nichtstaatlicher Gerechtigkeit“; eine Form von öffentlicher Anklage, bei der Wurfzettel u. ä. verteilt werden) und das sie 2009 zu Lasten von Gerardo Morales begangen haben soll, der damals Senator war.

Die Richter beschlossen, den Straftatbestand der Bedrohung nicht zu verfolgen, da er verjährt sei, verurteilten sie jedoch zu einer Bewährungsstrafe von 3 Jahren für den Strafbestand der Anstiftung zu schwerem Sachschaden. Graciela López und Ramón Salvatierra, die zusammen mit Milagro angeklagt waren, wurden gemäß ihrem Anteil zu jeweils 3 und 2 Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Alle drei müssen zudem drei Stunden wöchentlich gemeinnützige Arbeit bei einer Caritas-Stelle leisten.

Milagro kommentiert: „Ich fühle großen Schmerz durch die Ungerechtigkeit, die wir erleben; wir haben nichts gestohlen, wir haben gearbeitet, um tausenden von Kameraden Würde zu geben. Das ist unser Vergehen. Denjenigen Würde zu geben, die wenig haben, hat mich hier auf diesen Stuhl gebracht.“

Die Verteidigung bereitet sich darauf vor, in Berufung zu gehen.

 

Übersetzung aus dem Italienischen von Evelyn Rottengatter

Kategorien: Indigene Völker, International, Menschenrechte, Politik, Südamerika
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